Du fehlst. Du bleibst: Unser Erinnerungsort
Für jene, die wir vermissen...
Am Sonntag, 1. November, haben wir in der Kirche in Winnweiler einen neuen Ort eingeweiht: den Erinnerungsort für Verstorbene.
An einer schlichten schwarzen Tafel hängen 39 kleine Kreuze. Auf jedem steht ein Name, von Menschen, die seit dem letzten Allerseelen in Winnweiler gestorben sind. Im Gottesdienst haben wir für jede*n von ihnen eine Kerze entzündet. Eine 40. Kerze brannte stellvertretend für alle Menschen, die wir vermissen und deren Namen an keiner Wand stehen.
Warum dieser Ort?
Im Frühjahr 2026 stand die Frage im Raum: Wo darf bei uns Trauer sichtbar sein? Es gab einen solchen Ort schon, ganz hinten in der Kirche: eine Heiligenfigur mit einer Inschrift, die an die Toten der Weltkriege erinnert. Sie erinnert aber eben nur an sie, nicht an die Menschen, die wir persönlich vermissen: die Mutter, den Nachbarn, die Freundin, das Kind. Für sie wollten wir einen eigenen Platz.
Wie der Ort aussieht
Die Kreuze mit den Namen hängen von Allerseelen bis Allerseelen. Danach kommen die Namen des nächsten Jahres dazu. Vor der Tafel soll ein Boot stehen, gearbeitet aus einem massiven Eichenstamm. Das Boot steht für das, was uns verbindet: Wir alle, Lebende und Verstorbene, sind gemeinsam unterwegs auf dem Meer der Zeit. Mal ist die See glatt, mit Sonnenuntergängen und weiter Sicht, mal stürmisch. Das Boot wird mit Sand gefüllt, damit wir Kerzen hineinstellen können, die für die Menschen leuchten, die wir vermissen.
Das Boot ist noch nicht fertig. Das Eichenholz ist so frisch und nass, dass wir mit dem Aushöhlen kaum vorankamen. Nächstes Frühjahr geht es weiter. Stück für Stück. Danach muss das Holz trocknen, es wird Risse bekommen und sich verändern. Das dauert. Und es passt zu dem, wofür der Ort steht: Trauer braucht Zeit. Sie ist nicht von heute auf morgen fertig. Und das ist in Ordnung.
Unser Ort sagt: Wir denken an euch. Wir vergessen euch nicht. Ihr gehört dazu.
Der Erinnerungsort ist in der Kirche Winnweiler zu finden.





